Vermögensschadenhaftpflicht

Die Vermögensschadenhaftpflicht ist für diejenigen Personen wichtig, die im Dienstleistungssektor tätig sind. Insbesondere für Personen und Institutionen, die aus beruflichen Gründen fremde Vermögensinteressen wahrnehmen und beratend, begutachtend, prüfend, verwaltend, vollstreckend, beurkundend und/oder aufsichtführend für andere tätig sind. Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, ist ein Versicherungsschutz für alle Personen, bei denen ein Berufsversehen in der Regel, echte Vermögensschäden zur Folge hat.

Für Selbständige ist es empfehlenswert, diese Versicherung abzuschließen, um das Berufsrisiko zu minimieren. Vermögensschäden werden oft nicht sofort sichtbar, sondern treten erst nach einiger Zeit zutage. Dem trägt die Vermögensschadenhaftpflicht Rechnung.

Für folgende Berufsgruppen ist eine Vermögenshaftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben:

  • Notare
  • Rechtsanwälte
  • Ingenieure
  • Steuerberater
  • Makler
  • Beamte
  • Angestellte im öffentlichen Dienst
  • beratend tätige Personengruppen
  • kaufmännisch tätige und Manager

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung reguliert folgendes im Schadenfall:

  • Prüfung des Sachverhaltens
  • Unbegründete Haftpflichtansprüche werden abgewehrt (passive Rechtsschutzfunktion)
  • Wiedergutmachung des Schadens bei berechtigten Ansprüchen

Folgende Bedingungen muss die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung nach § 9 der Versicherungsvermittlerordnung erfüllen:

  • Die Police sollte für das gesamte Gebiet der Mitgliedsstaaten der Eu und der anderen Vertragsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums gültig sein.
  • Der Versicherer sollte im Inland zum Geschäftsbetrieb befugt sein.
  • Die Mindestversicherungssumme beträgt 1,13 Mio. pro Schadensfall, 1,7 Mio. Euro für alle Schadensfälle im Jahr (Eine Anpassung der Summe findet alle 5 Jahre an den Verbraucherpreisindex statt)
  • Der Versicherungsvertrag muss Versicherungsschutz für jede einzelne Pflichtverletzung gewähren.
  • Marktübliche Ausschlüsse wie z.B. bei der Haftung für wissenschaftliche Pflichtverletzungen sind möglich.

Tipp: Beim Abschluss einer Police sollte darauf geachtet werden, dass ausreichend Deckungsschutz bei evtl. Spätschäden besteht. Beim Abschluss sollte der Versicherungsnehmer sich nicht nur an den zu zahlenden Beträgen orientieren, sondern auch an ausreichende Versicherungsbedingungen denken. Der Versicherungsvertrag sollte regelmäßig geprüft werden, ob der bestehende Versicherungsschutz ausreichend ist!

Sinnvoll ist es auch, einen Vertrag mit relativ langen Kündigungsfristen abzuschließen. Denn kündigt der Versicherungsgeber dem Versicherungsnehmer, so kann dies zum Berufsverbot führen. Je länger die Kündigungsfrist ist, desto länger bliebt dem Versicherungsnehmer Zeit sich einen neuen Versicherungsgeber zu suchen. Vorsicht sollte geboten sein, bei Gruppentarifen mit Sonderrabatten.