Produkthaftpflichtversicherung

Die Produkthaftpflichtversicherung eignet sich insbesondere für Versicherungsnehmer, die in Besitz einer Firma sind, die Produkte herstellt. Produzenten und Händler müssen mit Schadensansprüchen, wegen fehlerhafter Produkte rechnen. Die Produkthaftpflicht kann zusätzlich zur Betriebshaftpflicht abgeschlossen werden. Eine Betriebshaftpflicht reicht nicht aus, wenn die Produkte von einem Hersteller weiter be- oder verarbeitet oder irgendwo eingebaut werden oder von einem anderen Unternehmen zur Produktion, Be- oder Verarbeitung von Sachen verwendet werden. Trifft einer dieser Punkte zu, so ist es ratsam, eine Produkthaftpflichtversicherung anzuschließen. Denn sie deckt Schäden, die nach Abschluss der Arbeiten am Produkt bzw. nach Auslieferung der Produkte entstehen.
Insgesamt gibt es fünf verschiedene Bausteine die wahlweise mit in den Produktversicherungsschutz mit einbezogen werden können. Für jeden Baustein gilt der Grundsatz, dass entstandene Vermögensschäden wie Sachsschäden, behandelt werden sollen.

Die Bausteine der Produkthaftpflicht beinhalten:

  • Durch den ersten Baustein werden solche Schäden gedeckt, die direkt an Sachen Dritter entstanden sind sowie alle damit verbundenen Folgeschäden. Dies bedeutet, dass primär Sachschänden versichert werden, die entstehen, wenn bestimmte zugesicherte Eigenschaften meines Produktes fehlen oder ein falsches Produkt geliefert wird. Häufig sind das reine Vermögensschäden.
  • Mit dem zweiten Baustein werden exakt die Schäden versichert, wenn der Abnehmer eines Produktes dieses weiterverarbeitet oder vermischt und dies dann zur Folge hat, dass durch die Fehlerhaftigkeit eines Produktes ein fehlerhaftes Endprodukt entsteht. Dies gilt allerdings nur dann, wann man die Produkte und Stoffe nicht mehr trennen kann.
  • Der dritte Baustein der Produkthaftpflicht ist für solch einen Fall gedacht, dass ein mangelhaftes Produkt durch die Weiterverarbeitung eines Dritten zu einem fehlerhaften, unbrauchbaren oder zumindest minderwertigen Endprodukt führt. Vorraussetzung für diesen Fall, ist die tatsächliche Verarbeitung des Produktes – eine reine Montage genügt nicht. Primär trifft dies auf Verpackungsmaterialien jeglicher Art zu die gepresst, gefaltet oder gestanzt werden und sich dann herausstellt, dass sie die notwendigen Eigenschaften nicht aufweisen.
  • Der vierte Baustein der Produkthaftpflichtversicherung versichert den Ausbau oder die Freilegung von fehlerhaften Produkten. Hierzu zählen vor allem Baustoffe und Materialien, Maschinen und Maschinenteile sowie jede Art von Aggregaten und Zubehör. Wenn Kosten entstehen, weil ein mangelhaftes Produkt hier eingebaut worden ist und nun ausgetauscht, beseitigt oder repariert werden muss, deckt diese der vierte Baustein ab. Nicht versicherbar sind hier sämtliche Teil der KFZ – und Luftfahrtindustrie sowie Teile für Wasserfahrzeuge.
  • Die sogenannte Maschinenklausel der Produkthaftpflichtversicherung deckt die Schäden, die entstehen, wenn der Einsatz von gelieferten Maschinen dazu führt, dass ein fehlerhaftes Endprodukt produziert wird.

Die Produkthaftpflicht ist in der Welt beispielhaft, weil hier über den normalen Personen- und Sachschaden Kosten versichert werden können, wie sie durch Lieferung mangelhafter Vorprodukte, entstehen können. Die Höhe der Deckungssumme richtet sich nach dem speziellen Risiko des Versicherungsnehmers. Die Deckungssumme beträgt in der Regel 2 Mio. EUR für Personen-, 1 Mio. EUR für Sach- und 100.000 für Vermögensschäden. Werden höhere Deckungssummen benötigt, so können diese individuelle angepasst werden.