Diensthaftpflichtversicherung

Ein besonderes Haftpflichtversicherungsmodell ist die Diensthaftpflichtversicherung, sie wurde speziell für Angestellte, Beamte und Arbeiter im öffentlichen Dienst entwickelt. Wenn Aufsichtspersonen, im entscheidenden Moment nicht aufpassen, kommen auf sie immense Schadensersatzforderung zu – im schlimmsten Fall in Millionenhöhe. Ein klassisches Szenario für dienstliche Schäden ist die schuldhafte Verletzung der Aufsichtspflicht von Lehrern auf einer Klassenfahrt. In der Praxis ist aber nicht nur Aufsicht führendes Personal von Risiken umgeben. Auch in der Verwaltung kann grobe Fahrlässigkeit zum Versicherungsunfall führen. Der entstandene Schaden kann direkt vom Geschädigten, haftpflichtig gemacht werden oder von dem zuständigen Dienstherren eingefordert werden.

Vorteile einer Diensthaftpflichtversicherung

  • Sie tritt bei Ansprüchen geschädigter Dritter ein und bei Regressionsforderungen des Dienstherrn.
  • Sie übernimmt die Prüfung der Forderungen.
  • Sie übernimmt die Erstattung berechtigter Ansprüche.
  • Sie weist nicht gerechtfertigte Forderungen zurück.
  • Bei Gerichtsverfahren, werden Gerichtskosten übernommen.



Insbesondere ist es für folgende Personengruppen sinnvoll, eine Diensthaftpflichtversicherung abzuschließen, für Bedienstete

  • im schulischen Bereich (Lehrkräfte)
  • bei der Polizei, Zoll, Bundeswehr und Bundesgrenzschutz
  • in Verwaltungen und dem öffentlichen Dienst
  • in der Justiz, dazu gehören Richter, Staatsanwälte, Gerichtsvollzieher, Rechtspfleger und weitere Beamte oder Angestellte der Justiz.



Vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind Ärzte, Hebammen und Rettungssanitäter und in Wissenschaft und Forschung tätige Bedienstete. Die Diensthaftpflichtversicherung wird zusammen mit der Privathaftpflicht angeboten und abgeschlossen. Der Versicherte hat die Möglichkeit, die für ihn sinnvollen Risiken mit zuversichern. Dazu gehört beispielsweise, die Absicherung bei Verlust von Dienstschlüsseln über verschiedene Summen (in der Regel bis zu 15.000 oder 20.000 Euro), die Absicherung eines Verlustes von Ausrüstung oder Uniform (Soldaten, Polizisten, Zollbeamte) und Absicherung diverser andere Risiken. Vergleicht man eine Diensthaftpflichtversicherung mit anderen Haftpflichtversicherungen, sind Beiträge für diese verhältnismäßig gering. Ein 40- jähriger Beamter des öffentlichen Dienstes würde beispielsweise etwa zwischen 25 und 145 Euro im Monat zahlen. Jede Versicherungsgesellschaft sollte vor dem Abschluss einer Police auf Leistung und Preis überprüft werden.

Tipp: Die meisten Schäden, die im Bereich der öffentlichen Verwaltung gemacht werden, sind sehr oft auf Vermögensschäden und sind nicht auf Personen- oder Sachschäden zurück zuführen. Der Abschluss einer Vermögensschadenhaftplicht für Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes ist je nach Position besonders zu empfehlen. Insbesondere Entscheidungsträger wie Richter oder Amtsleiter sollten auf diese Zusatzpolice nicht verzichten. Die Höhe der Versicherungssumme ist frei vereinbar, sollte jedoch entsprechend der Tätigkeit und des Aufgabengebiets gewählt werden.