Arzthaftung

Wenn ein Behandlungsfehler eintritt oder wenn ein Arzt seiner ärztlichen Aufklärungspflicht nur mangelhaft nachkommt oder sie sogar vollkommen vernachlässigt, so kann sich ein Arzt seinem Patienten gegenüber schadenersatzpflichtig machen.

Für einen Behandlungs- oder Kunstfehler tritt die Arzthaftung dann ein wenn der Arzt

  • die anerkannten Regeln der ärztlichen Wissenschaft außer Acht gelassen hat,
  • gegen die ärztliche Sorgfaltspflicht verstoßen hat,
  • durch eine falsche Behandlung bei einem Patienten einen Schaden verursacht hat und dieser Schaden auf eine Pflichtverletzung des Arztes zurückzuführen ist
  • sowie dem Arzt ein Verschulden nachgewiesen werden kann

Fehlt eine dieser Vorraussetzungen, tritt die Arzthaftung für den entstandenen Schaden nicht ein.

Behandlungsfehler werden nicht nur als Fehler definiert die der Arzt begannen hat, sondern auch solche Fehler, die durch unterlassen herbeigeführt werden. Beispielsweise wenn eine Untersuchungspflicht pflichtwidrig nicht angeordnet worden ist.
Weicht ein Arzt von diesen wissenschaftlich anerkannten Regeln ab, wird ein Behandlungsfehler zunächst nur vermutet. Der Arzt kann sich von diesem Vorwurf entlasten, indem er die Nichteinhaltung der Regeln plausibel und glaubwürdig begründet. Ein Arzt hat eine bestimmte Sorgfaltspflicht zu beachten, verletzt er diese, kann der Patient auf Schadensersatz klagen.

Für die Arzthaftung ist entscheidend, ob der Schaden des Patienten unmittelbar auf den Behandlungsfehler bzw. direkt auf die Nichteinhaltung der Sorgfaltspflicht zurückzuführen ist. Des Weiteren muss dem Arzt ein Verschulden nachgewiesen werden. Ein Sorgfaltsverstoß liegt schon bereits dann vor, wenn ein Arzt seine Fortbildungspflicht verletzt und nicht mehr auf dem neusten Stand der medizinischen Wissenschaft ist.

Die Arzthaftung tritt auch dann ein, wenn ein Arzt seiner Aufklärungspflicht nicht nachkommt. Dies gilt unabhängig davon, ob dem Arzt ein wesentlicher Behandlungsfehler unterlaufen ist. Sobald der Patient einen Grund benennen kann, warum er bei einer vorschriftsmäßigen Aufklärung dem Arzt nicht sein Einverständnis gegeben hat, dann liegt ein rechtswidriger Eingriff des Arztes vor, für den er haftbar gemacht werden kann.